Ist Altersvorsorge über private Aktien Investitionen ein Spiel mit dem Feuer, wie im Casino?
Immobilien, Lebensversicherungen und vermögenswirksame Leistungen sind die beliebtesten Instrumente zur Altersvorsorge. Die Renditen dieser Instrumente unterliegen allerdings auch den Schwankungen an den Kapitalmärkten. Die meisten Instrumente setzen auf eine konservativen Mix aus Aktien und festverzinslichen Papieren, die langfristig angelegt werden.
Beispielrechnungen von Investmentbanken haben allerdings gezeigt, dass Anleger, die eine konstante saisonale Anwenden erfolgreicher sind, als Anleger, die ganzjährig anlegen: Anleger die im November investieren und Ende April verkaufen, machen über einen Zeitraum von 30 Jahren rund doppelt soviel Rendite wie Anleger, die ihre Papiere über 30 Jahre halten. Derartige Strategien setzen allerdings eine Disziplin und Nerven voraus, wie man sie auch bei Casino Games oder beim Pokern haben muss.
Das größere Problem ist, dass der Gesetzgeber ein solches Verhalten bestraft, weil die Gewinne aus Spekulationsgeschäften versteuert werden müssen. Hinzu kommt, dass der Anleger sich ständig Gedanken um sein Portfolio machen muss. Für gemütliche Anleger ist eine solche Strategie mit Sicherheit nicht empfehlenswert.
Es wäre wünschenswert, wenn Instrumente geschafften würden, mit denen der Anleger sein für einen längeren Zeitraum blockiert, aber trotzdem flexibel an den Kapitalmärkten agieren kann. Einige fondsgebundene Lebensversicherungen bieten bereits die Möglichkeit an, Fonds während des Versicherungszeitraums zu wechseln. Ein geschickter Anleger könnte seine Fonds jeweils Ende April in Renten umschichten und Anfang Oktober wieder zurück in Aktien. Allerdings enthalten die Aktienfonds solcher Instrumente auch meist einen hohen Anteil an Renten, so dass die Performance der Aktienfonds meist unter der Performance der Aktienmärkte liegt.